Solidarische Landwirtschaft
Eine weltweite Idee — lokal gelebt in der Metropolregion Nürnberg

Was ist Solidarische Landwirtschaft?
Bei der Solidarischen Landwirtschaft (SoLaWi) bezahlst du nicht das einzelne Produkt, sondern einen festen Geldbetrag, mit dem der Hof wirtschaftet. Damit gibst du dem Hof eine verbindliche und langfristige Finanzierungsgrundlage. Im Gegenzug teilst du dir zusammen mit den anderen Ernteteilern die Ernte — und das Risiko wird gemeinsam getragen.
Angesprochen sind Menschen, die keine industrielle Produktion von Lebensmitteln wollen — ohne Chemie, Zusatzstoffe, umweltbelastende Verpackungen, Ausbeutung der Böden oder lange Transportwege.
Für die Landwirte
- • Planbare Einnahmen statt Marktpreisdruck
- • Langfristige Finanzierungsgrundlage
- • Direkte Wertschätzung der Arbeit
- • Freiheit, so anzubauen, wie es richtig ist
Für die Ernteteiler
- • Frische, saisonale Bio-Lebensmittel
- • Du weißt genau, wo dein Essen herkommt
- • Kein Gewinnaufschlag, keine Handelsspanne
- • Teil einer solidarischen Gemeinschaft
Unser Leitbild

„Die Solawi Initiative Nürnberg ist eine solidarische Gemeinschaft von Erzeugerinnen/Erzeugern und Verbraucherinnen/Verbrauchern, die sich wertschätzen, vertrauen, verstehen, Bedürfnisse wechselseitig abgleichen und Risiken gemeinsam tragen. Jede/r soll sich aktiv einbringen, wohlfühlen, genießen können."
— Leitbild des Vereins, definiert 2014
EU Bio als Mindeststandard
Alle unsere Höfe sind mindestens EU-Bio-zertifiziert — die meisten erfüllen die strengeren Demeter- oder Bioland-Richtlinien.
Faire Preise & Solidarität
Durch die Bieterrunde bestimmst du mit, was du zahlen kannst. So entsteht ein sozialer Ausgleich — jeder trägt bei, was er kann.
Nachhaltigkeit & Biodiversität
Das Wohl von Menschen, Tieren, Pflanzen und Boden steht im Mittelpunkt — ausgerichtet an den Grundprinzipien der Nachhaltigkeit.
Regionale Versorgung
Großstadt verbindet sich mit Um-Land — das Ziel ist eine autarke Versorgung mit Lebensmitteln durch Solawi-Betriebe.
SoLaWi weltweit
Die Idee ist nicht neu — und sie wächst überall.

Ursprung in Japan
Die Idee entstand in den 1960er Jahren in Japan als „Teikei" (提携 — Partnerschaft). Japanische Hausfrauen schlossen sich zusammen, weil sie wissen wollten, was in ihrem Essen steckt. Heute gibt es in Japan über 1.000 Teikei-Gruppen.
CSA in Nordamerika
In den USA und Kanada heißt es „Community Supported Agriculture" (CSA). Die erste US-Farm startete 1986 in Massachusetts. Heute gibt es über 7.000 CSA-Farmen in Nordamerika — von Kleinstädten bis New York City.
AMAP in Frankreich
Die französische Variante „AMAP" (Association pour le maintien d'une agriculture paysanne) startete 2001 in der Provence. Heute versorgen über 2.000 AMAP-Gruppen mehr als 300.000 Familien mit lokalen Lebensmitteln.
SoLaWi in Deutschland
Die erste deutsche SoLaWi entstand 1988 auf dem Buschberghof bei Hamburg. Seit 2011 gibt es das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V. — inzwischen sind über 400 SoLaWi-Betriebe in Deutschland aktiv und versorgen mehr als 100.000 Menschen.
Fun Facts
60+
Länder mit SoLaWi-Initiativen — von Kuba bis Südkorea
1965
Start der ersten Teikei-Gruppe in Japan
400+
SoLaWi-Betriebe in Deutschland
30 %
weniger Lebensmittelverschwendung bei SoLaWi vs. Supermarkt
0 km
Umweg über Großmarkt — vom Acker direkt ins Depot
100 %
der Ernte wird verwertet — auch die krumme Gurke
Netzwerk Solidarische Landwirtschaft
Wir sind Teil des bundesweiten Netzwerks Solidarische Landwirtschaft e.V. Der Netzwerkbeitrag von 0,50€/Monat pro Ernteteiler fließt in die Verbreitung der solidarischen Landwirtschaft in Deutschland.
Das Netzwerk bietet:
- • Austausch und Vernetzung zwischen SoLawis
- • Beratung für Gründer
- • Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsangebote
- • Politische Interessenvertretung
Mehr Informationen: www.solidarische-landwirtschaft.org
Möchtest du Teil unserer Gemeinschaft werden?
Werde Ernteteiler und unterstütze nachhaltige Landwirtschaft in deiner Region.